Presseinfo / Tag der Tropenwälder 2020 – Schutz-Kampagne #Together4Forests gestartet

Wälder und Ökosysteme auf der ganzen Welt sind ein wichtiger Schutzschild gegen den Verlust der Biodiversität, Pandemien und den Klimawandel. #Together4Forests, eine Koalition aus mehr als 100 Nicht-Regierungs-Organisationen (NGO), ruft alle EU-Bürger*innen auf, an der öffentlichen Befragung der Europäischer Kommission zum Thema Entwaldung teilzunehmen.

Das Aktions-Bündnis #Together4Forests drängt auf eine strenge EU-Gesetzgebung, die Produkte, die mit Entwaldung, Waldrodungen, Naturzerstörung und Verletzungen von Menschenrechten in Verbindung gebracht werden, vom europäischen Markt fernhält. Ein solches Gesetz ist eine große Chance für die EU ihren Beitrag zur Entwaldung einzudämmen und Tropenwälder und das Klima nachhaltig zu schützen. Die Tropenwaldstiftung OroVerde hat sich am 11.9.2020 dieser Kampagne angeschlossen, und stellt auf ihrer Webseite ein Formular bereit, über das Bürger*innen ihre Unterstützung für ein strenge Gesetzgebung für Entwaldungsfreie Lieferketten mitteilen kann:
www.oroverde.de/together4forests

Neue Rekorde an Regenwaldzerstörung

Mehr als 5 Millionen Fußballfelder an Primärwald gingen laut der University of Maryland (UMD) und dem World Resources Institute (WRI) allein im letzten Jahr verloren. Diese neuen Daten zeigen, dass der Primärwaldverlust in den 2010er Jahren fast 30 Prozent höher war als in den 2000er Jahren. Traurige Rekordhalter der Jahre 2001-2019 sind Brasilien (24.5 Millionen Hektar), Indonesien (9,5 Millionen Hektar) und die Demokratische Republik Kongo (4,8 Millionen Hektar). Agrarwirtschaft ist für 80 Prozent der Entwaldung, welche für Produkte wie Soja, Rindfleisch und Palmöl betrieben wird, verantwortlich. Und die EU ist ein wichtiger Importeur. Im Jahr 2019 importierte die EU laut der Europäischen Kommission 17 Prozent der globalen Nachfrage für Palmöl, 15 Prozent für Soja, 25 Prozent für Gummi, 41 Prozent für Rindfleisch, 80 Prozent für Kakao und 60 Prozent für Kaffee. Die europäische Nachfrage nach Agrarprodukten kann somit ein effizientes Steuerungsinstrument, um Entwaldung zu verhindern. Das von der Kampagne #Together4Forest angestrebte strenge Gesetz zu Entwaldungsfreien Lieferketten setzt genau hier an.

Ein neues Gesetzt ist für 2021 geplant

Die Europäische Kommission hat zugesagt, 2021 ein neues Gesetz zum Schutz vor Waldzerstörung auszuarbeiten. Um zu vermeiden, dass sich die Zerstörung der Natur auf andere Lebensräume verschiebt, muss das Gesetz neben Wäldern auch Grasland, Savannen und Sumpfgebiete schützen.

Martina Schaub, Vorständin bei OroVerde sagt dazu:
„Das Gesetz sollte sicherstellen, dass nichts, was in Europa verkauft wird, zur Zerstörung von Wäldern oder anderen Ökosystemen beiträgt oder Menschenrechte verletzt. Wir brauchen ein starkes Gesetz, das die Waldzerstörung aus unseren Einkaufswägen verbannt. Wer möchte schon Produkte kaufen, durch deren Herstellungsprozess Entwaldung und Menschrechtsverletzungen verursacht wurden?“

Menschenrechte zusätzlich berücksichtigen

Das Gesetz muss zusätzlich die Rechte lokaler indigener Völker und Kommunen schützen. Diese sind die anerkannten Verwalter ihrer Gebiete und ihr Wissen ist entscheidend, um den Verlust der biologischen Vielfalt zu verhindern. Entwaldung zu stoppen wird ohne ihre Unterstützung nicht möglich sein. OroVerde setzt sich seit Jahren für die Rechte Indigener ein. In Projekten werden etwa Jugendarbeit und nachhaltige Landwirtschaft gefördert.

Auf der Homepage von OroVerde www.oroverde.de und einigen anderen NGOs, gibt es die Möglichkeit direkt und ohne große Umstände in wenigen Minuten die richtigen Antworten mittels eines Online-Formulars abzugeben, um für eine strenge EU-Gesetzgebung zu stimmen.

Das Online-Formular wurde in der Kampagne #Together4Forests www.together4forests.eu entwickelt, die von WWF, Greenpeace, ClientEarth, Conservation International, Environmental Investigation Agency und Wildlife Conservation Society ins Leben gerufen wurde, und soll sicherstellen, dass die Bürger*innen die Gelegenheit bekommen ihrer Stimme Gehör zu verschaffen.

Kontakt: 
OroVerde - Die Tropenwaldstiftung
Burbacher Str.81
53129 Bonn

Birthe Hesebeck / Öffentlichkeitsarbeit
Durchwahl: -14
E: bhesebeck@oroverde.de
T: 0228 / 24290-0
www.oroverde.de

Seit mehr als 30 Jahren setzt sich OroVerde – die Tropenwaldstiftung für den Erhalt der tropischen Regenwälder ein. Dabei gehen Naturschutz und Entwicklungszusammenarbeit Hand in Hand, denn nur mit den Menschen vor Ort kann der Schutz der Regenwälder langfristig funktionieren. Zugleich geht OroVerde Verbraucherthemen an, also den Einfluss der Konsumenten hier auf die Umwelt- und Lebensbedingungen in Regenwald-Regionen. OroVerde ist dabei politisch unabhängig, gemeinnützig anerkannt und trägt als eine der ersten Umweltorganisationen deutschlandweit das DZI-Spendensiegel.



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